Des Sinn des Lebens im Beruf finden

Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist wohl eine der ältesten Menschheitsfragen überhaupt. In der Tat scheint es schwierig, einen allgemeinen Sinn menschlicher Existenz zu definieren.

Fragt man Menschen, die besonders erfüllenden Berufen nachgehen, nach dem Sinn des Lebens, beantworten sie die Frage häufig mit dem Verweis auf ihre Tätigkeit. Menschen, die sinnstiftenden Berufen nachgehen, erleben meist eine tiefe Befriedigung bei der Ausübung ihres Berufs. Sie sind stark intrinsisch motiviert und erfahren durch ihre Arbeit ein Gefühl von Bedeutung und Verantwortung.

Auf den Spuren nach dem Sinn des Lebens

Veränderungen in der Arbeitswelt

Die Arbeitswelt von heute ist eine komplett andere als noch vor 50 Jahren. Für junge Menschen der «Generation Y» (Jahrgänge 1980-2000) ist es selbstverständlich, dass der gewählte Beruf mit den eigenen Interessen, Werten und Überzeugungen vereinbar sein muss.

Früher galt die Karrierekultur des «Nach-Oben-Strebens». Karriere machen war verbunden mit einem möglichst hohen Aufstieg in der unternehmenseigenen Hierarchie und der Steigerung des Verdienstes.

Heute gilt das Karrieremodell der «Mosaikkarriere». Der Karriereweg geht nicht mehr nur nach oben, man kann auch Seitenschritte machen, zeitlich begrenzt Projekte übernehmen, seine Arbeitszeit flexibel gestalten. Brüche werden nicht mehr negativ bewertet, sondern fördern die Entwicklung neuer Kompetenzen und das Entdecken neuer Talente. Zeitgleich steigt auch die allgemeine Lebensarbeitszeit.

Rasante Fortschritte in der Technik und die Entwicklung des Internets machen es zudem für viele Menschen möglich, ortsunabhängig zu arbeiten. Fachkräfte werden immer rarer, Arbeitnehmer buhlen nicht mehr um einige wenige Arbeitsplätze, sondern haben die Auswahl zwischen mehreren Angeboten.

Besonders attraktiv sind Jobs, die Unternehmertum und Sozialsektor kombinieren. Dies hängt auch mit dem steigenden Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Ökologie zusammen.

Kurz gesagt: Die Zeiten waren nie besser, sich auf die Suche nach dem persönlichen Sinn im Beruf zu begeben und eine erfüllende Tätigkeit auszuüben.

Wodurch entsteht Sinnhaftigkeit im Beruf?

Viele Menschen, die ihren Beruf als sinnstiftend beschreiben, arbeiten im Sozial- oder Nachhaltigkeitssektor. Sie setzen sich ein für eine bessere Umwelt, gerechtere Verteilung der Ressourcen oder den Klimaschutz.

Durch ihre Arbeit haben sie das Gefühl, etwas bewirken zu können und einen wertvollen Beitrag zu leisten. Tätigkeiten im Sozialsektor sind häufig geprägt von der Erfahrung tiefer Dankbarkeit, die ihnen entgegengebracht wird.

Zum Thema Nachhaltigkeit gibt es in der Schweiz bereits einige Studienangebote, z.B. das MA-Studium «Sustainable Development» an der Universität Basel oder den Studiengang «Energie-und Umwelttechnik», der an einigen Fachhochschulen unterrichtet wird.

Nicht selten ist die Sinnsuche auch verbunden mit einer religiösen Entdeckung. Der Schöpfung Gottes zu dienen und einen positiven Beitrag zu leisten. Im Sinne der Menschlichkeit und aus Liebe für jedes Geschöpf zu handeln. Viele Sinnsuchende werden sich irgendwann ihrer eigenen Vergänglichkeit bewusst und damit einher geht auch der Wunsch, den Nachfahren eine Welt zu hinterlassen, in der es sich zu leben lohnt.

Sinnsuche im Kleinen und im Grossen

Sinnsuche muss aber nicht immer Weltverbesserung bedeuten. Sie kann auch im Kleinen liegen, wenn die eigenen Stärken und Talente ausgelebt werden können und positive Bestätigung bekommen. Das kann auch die Lösung eines Problems des Unternehmens oder eines Kunden bedeuten.

Auch viele Musiker und Künstler erleben Ihren Beruf als sinnstiftend, denn er dient der Unterhaltung und Bereicherung anderer Menschen.

Welche Rolle spielt Geld?

Geld scheint eine grosse Rolle in unserer Gesellschaft zu spielen. In der kapitalistischen Leistungsgesellschaft gelten besonders wohlhabende Menschen als Vorbilder. Doch fragt man Menschen, wie wichtig ihnen Geld im Bezug zur eigenen Lebenszufriedenheit ist, sieht die Antwort anders aus: Es ist wichtig, dass das Geld zum Leben reicht, erfüllende Beziehungen und eine gewisse Sinnhaftigkeit im eigenen Handeln sind jedoch ungleich bedeutender.  

Spätestens ab der Lebensmitte stellen sich viele Menschen die Frage: «Was ist der Sinn meines Tuns?». Das Streben nach einer erfolgreichen Karriere und dem Anhäufen von möglichst vielen finanziellen Reserven treten in den Hintergrund.

 

Sinnsuche als Entwicklungshelfer

Viele Menschen werden angetrieben vom Verlangen nach Gerechtigkeit und Bekämpfung von Armut und Hunger. Entwicklungsorganisationen agieren in den ärmsten Ländern der Welt, klären auf und helfen, wo Hilfe mehr als dringend nötig ist.

Die Organisation tearfund.org ist eine solche Organisation. Sie vertritt christliche Werte und hat sich der Beendigung von Armut verschrieben. Die Spendengelder fliessen beispielsweise in den Aufbau von Infrastrukturen, Bildung oder den Katastrophenschutz.

Es ist ein wundervolles Gefühl, im Einklang mit sich selbst zu sein und einen Sinn im Beruf zu erkennen. Vielleicht haben Sie Ihren persönlichen Sinn noch nicht gefunden, vielleicht wissen Sie auch bereits tief in Ihrem Innern, was das Richtige ist. In jedem Fall gilt: Hören Sie auf Ihre Gefühle und haben Sie keine Angst, Schritte zu gehen, die notwendig sind, um Sinnhaftigkeit in Ihr Leben zu bringen.

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