Ausbildung zum Sozialpädagogen, zur Sozialpädagogin

Bei Familie Meyer (*) geht es zur Zeit drunter und drüber. Die Gründe dafür sind so vielschichtig wie vertrackt – es ist eine komplizierte und für die Meyers eigentlich aussichtslose Situation, die immer wieder zu Spannung, Streit und massiver Überforderung führt. Die Ehe zwischen Herr und Frau Meyer ist alles andere als harmonisch, die drei Kinder leben ihrerseits in stetigem Zwist; es gibt Probleme mit Drogen, Finanzen und schulischem Umfeld. Jetzt haben Meyers Alarm geschlagen: Sie haben reagiert, sich ihre Überforderung zugestanden und um Hilfe angefragt.

Die Lösung von Alltagsproblemen steht für die Sozialpädagogik im Vordergrund

Im Rahmen des schweizerischen Kinder- und Jugendhilfe-Gesetzes (KJHG) wird die «Sozialpädagogische Familienhilfe» als eine Leistung unter verschiedenen Hilfestellungen zur Erziehung genannt. Unter § 31 des KJHG heisst es: «Sozialpädagogische Familienhilfe soll durch intensive Betreuung und Begleitung Familien in ihren Erziehungsaufgaben, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, der Lösung von Konflikten und Krisen sowie im Kontakt mit Ämtern und Institutionen unterstützen und Hilfe zur Selbsthilfe geben. Sie ist in der Regel auf längere Dauer angelegt und erfordert die Mitarbeit der Familie.» Für den konkreten Fall ausbuchstabiert, lässt sich die Arbeit eines Sozialpädagogen wie folgt beschreiben: Es werden Gespräche geführt, Arbeit an den Hausaufgaben begleitet, Spielplatzbesuche abgestattet, Familienausflüge geplant und Ämter besucht.

Ein spannender Beruf, eine vielseitige Ausbildung

Es sind Familien wie die Meyers, die ihre Alltagsorganisation nicht mehr durchschauen und der Belastung alleine nicht mehr standhalten, geschweige denn ihre Situation aktiv umgestalten können. Denn, wenn sich die Entwurzelung der Kindern anbahnt, weil die Familie nicht mehr zusammenhält, wird gemeinsam mit dem Experten nach gangbaren Lösungen gesucht. Wenn es sein muss, werden auch stationäre Aufenthalte von Familienmitgliedern in Betracht gezogen. Sozialpädagogik findet vor Ort, in den Familien direkt statt. Sozialpädagogik bedeutet praktische Hilfe im Lebensalltag. Dabei sind die verschiedensten Schattierungen möglich: Es gibt Angebote für Familien, aber auch Behörden, Institutionen und Betrieben. Es ist ein vielfältiger, auch kreativer Beruf, der bestimmt nicht langweilig wird. Genau so wenig die Ausbildung: An einer Fachhochschule oder Höheren Fachschule werden drei- bis vierjährige Ausbildungsgänge angeboten, die einen darauf vorbereiten, Menschen wie die Meyers in schwierigen Lebenssituationen bei einer gesunden Gestaltung ihres Alltags tatkräftig zu unterstützen.

* fiktives Beispiel

Weiterbildungstipp zum Thema Sozialpädagogik

Hoehere-Fachschule-Sozialpaedagogik.ch – in Zizers, Graubünden.

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