Wir wissen vieles. Beispielsweise, wo unsere Möglichkeiten liegen. Was wir können und was nicht und vieles mehr. Wissen erweitert nicht nur Kompetenzen, es kann auch Denkweisen einschränken. Tauchen wir dazu kurz in die Welt der Krimiliteratur ein: Im Buch «Das Motiv» vom Bestseller Autor John Lescroart, geschieht ein Doppelmord.

Ein Politiker und seine Freundin werden ermordet. Anschliessend wird das Haus angezündet. Ziel: Zerstörung der Leichen und Spuren. Es ist «bekannt», dass Mörder oft an den Schauplatz ihrer Tat zurückkehren. Damit rechnet auch einer der Protagonisten: Inspector Cueno. Sein Verdacht richtet sich sofort auf die Schwiegertochter des Politikers. Sie befindet sich unter den Gaffern und spricht offen darüber, dass sie kurz vorher bei ihrem Schwiegervater war und es um die Höhe der möglichen Erbschaft ging. Ein klarer Fall also.

Unser Alltag

Alltag hat was Beruhigendes an sich. Komfortzone. Wissen, was einen erwartet. Klare Abläufe. So gestaltet, dass wir einfach abarbeiten können. So können die Effizienz erhöht und die Kosten gesenkt werden. Was rund läuft, muss nicht hinterfragt werden. Warum auch? Schliesslich ist das Ziel sozusagen erreicht. Ein klarer Fall also.

Das Kreuzverhör. Das Sechserpack. Betriebsblindheit und ihre Folgen.

Zurück zum Krimi. Zurück zu einem weiteren Protagonisten.

Zum Anwalt der Verteidigung: Dismas Hardy. Im Kreuzverhör stellt der Anwalt die Vorgehensweise von Inspector Cueno in Frage. Dieser gibt zu, seinen Zeugen jeweils nur ein Bild der Angeklagten gezeigt zu haben. Korrekterweise werden für die Identifikation eines Täters jeweils 6 Bilder von ähnlichen Personen gezeigt. Darunter eines der verdächtigen. So kann die Glaubwürdigkeit der Zeugen getestet und nur so kann ein Verdächtiger wirklich überführt werden. Zuviel steht auf dem Spiel. Ein unschuldiger Mensch könnte ins Gefängnis kommen, ein Schuldiger frei bleiben.

Vielleicht war es die Erfahrung von Inspector Cueno – vielleicht der Stress, der Druck, seine Ambitionen – vielleicht auch die Tatsache, dass ihm plötzlich Leutnant Glitsky vor die Nase gestellt wird. Ihm, der gerne alleine arbeitet. Vielleicht wollte er sich deshalb beweisen und den Fall möglichst schnell klären. Dummerweise ist ihm dabei dieser schwerwiegende Fehler unterlaufen. Ein aufmerksamer Gegenspieler hat Unrecht verhindert.

Entwicklungsmöglichkeiten entdecken

Wo Druck, wo Stress, wo Ambitionen sind, passieren auch uns Fehler. Mit verschiedenen Auswirkungen. Es soll in diesem Artikel nicht um Verurteilung gehen. Sondern um die Tatsache, dass wir uns selbst um unsere eigenen Möglichkeiten bringen können.

Ich bin. Ich kann. Das meinen wir genau zu wissen. Uns selbst zu kennen. Und meistens können wir sogar mehr. Wenn wir uns das Sechserpack erlauben. Wege haben viele Abzweigungen. Und nicht alle sind so abwegig, wie wir sie vielleicht auf den ersten Blick einstufen.

In unseren Alltag übersetzt würde das heissen, dass wir vielleicht auch mal einen genaueren Blick auf unsere Hobbys werfen. Auf unsere Literatur, Musik oder Filmauswahl etc. Wir blicken so auf Dinge und Themen, die wir freiwillig bestimmen. Dort drin liegen nämlich unsere Interessen. Dort liegen nicht nur grosse Entwicklungsmöglichkeiten, sondern auch eine grosse Portion Motivation.

Raus aus der Komfort- in die Entwicklungszone

Sicher haben Sie sich auch schon über andere Personen geärgert. Oder sie bewundert. Gewisse Menschen lösen etwas in uns aus und wir landen in der Entwicklungszone. Bei der Reflexion. Der Frage, warum wir so reagieren. Der Mensch findet viele Wege, um sich aus der Verantwortung nehmen zu können. Zudem ist Alltagstrott einfacher. Er senkt unsere persönlichen Kosten (Kraftaufwand u.a.). Reflektion hingegen deckt auf und verlangt nach Veränderung. Chancen fordern einen heraus. Mit professioneller Begleitung beispielsweise können sie einen auch fördern.

Der Coach: Ihr aufmerksamer Gegenspieler

Man kann weiter leben wie bisher. Alltag darf sein. Muss es sogar! Er beinhaltet viel Gutes. Alltag etwas Angenehmes und soll hier auf keinen Fall verurteilt werden. Doch jedes Auto bringen wir regelmässig in den Service. Es ist klar – was lang halten soll, muss gepflegt werden. Häuser werden renoviert und den neuesten Energieanforderungen angepasst. Der Alltag hinterlässt seine Spuren. «Werterhaltung» und Wachstum sind gefragt. Und wie ist es beim Mensch? Bei Ihnen?

Ich überlasse Ihnen die Antwort nicht, ohne Ihnen ein «Sechserpack» zu unterbreiten.

Coaches sind wie Ihre «Gegenspieler». Sie decken auf. Helfen festgefahrene Sicht- und Handlungsweisen neu zu reflektieren. Stellen Ihnen Fragen. Wissen und Erfahrung sollen Ihnen nicht im Wege stehen, sondern Sie vorwärts bringen. In Ihrem Tempo. Nach Ihren Möglichkeiten. Schritt für Schritt in eine gangbare (!) Entwicklungszone. Entwicklung ermöglicht die Erarbeitung neuer Kompetenzen, ohne die Komfortzone ganz zu verlassen.

Weitere Blogs vom Autor auf Berufliche-Neuorientierung.ch

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Andreas Räber, GPI Coach

Andreas Räber, GPI Coach

Autor: Andreas Räber, zertifizierter GPI®-Coach

Frankenschock, Stellenabbau, bilaterale Verhandlungen u.a. sind beständige Themen in den Medien. Es wird viel über die Folgen von Ereignissen geschrieben, die unsere Wirtschaft negativ beeinflussen. Spezialisten kommen zu Wort, kriegen ihre Plattformen, während betroffene Mitarbeiter sich aufmachen müssen, um möglichst bald eine neue Stelle zu finden.

Dass wir von etlichen Faktoren abhängig sind, ist zwar bekannt, wird uns jedoch oft nur in Krisenzeiten wirklich bewusst. Überall dort, wo Firmen massiv von Umsatzeinbussen betroffen sind, entsteht ein Dominoeffekt. Intern und extern. Intern trifft es den eigenen Stellenplan, extern trifft es Firmen, die als Lieferanten oder andere Dienstleister für das krisenbetroffene Unternehmen arbeiten. Auch dort kann es in der Folge zu einem Stellenabbau kommen, insbesondere, wenn im Kundenstamm dieser Firmen eine Klumpen-Bildung besteht (abhängig von ein paar wenigen Grosskunden).

Verdrängte Kostenwahrheit beim Stellenabbau

Das ist so eine latent vorhandene Frage, wenn es zum Stellenabbau kommt. Gibt es nicht andere Möglichkeiten, als beim Personal den Rotstift anzusetzen? Der Grund liegt wohl darin, dass kurzfristig so am schnellsten Kosten eingespart werden können. Ist das wirklich so? Wie sieht es mittel- bis langfristig aus? Verliert man nicht mit jedem Mitarbeiter langjährige Erfahrung, die sich im täglichen Ablauf kostenreduzierend oder umsatzsteigernd ausgewirkt hat? Und was ist, wenn diese Mitarbeiter mit ihren Kompetenzen zur Konkurrenz gehen? Wird so nicht die eigene Firma geschwächt, der Mitbewerber hingegen gestärkt? Liegt beim Stellenabbau tatsächlich Kostenwahrheit vor oder wird er als wirksame Massnahme nur vorgeschoben?

Gewinnverteilung maximieren

Vielleicht geht es Ihnen wie mir. Wenn Sie von den Gewinnausschüttungen diverser Firmen hören, stehen Ihnen ab deren Höhe die Haare zu Berge. Wer Verantwortung trägt und einen guten Job macht, hat einen gerechten Lohn zugut. Wie hoch dieser Betrag sein soll, darin scheiden sich die Geister. Aber darum soll es hier nicht gehen. Sondern grundsätzlich um die Haltung bei der Gewinnverteilung. Kein noch so guter Entscheid in den Chefetagen kann umgesetzt werden, wäre da nicht die Basis. Mitarbeiter sind unbestritten das wertvollste Gut einer Unternehmung. Ohne sie gibt es keine Umsetzung von Massnahmen. Punkt. Das eine tun und das andere nicht lassen. Auf der Suche nach Balance für eine faire und langfristige Lösung.

Aus- und Weiterbildung fördern

Statt hohe Gewinne auszubezahlen, mehr in Mitarbeiter investieren und Aus- und Weiterbildung fördern. Von dieser Massnahme profitieren sowohl Firmen, wie auch Mitarbeiter – mittel- und langfristig. Weiterbildung deckt Soft- und Hard-Skills auf. Führt zu ergänzenden oder neuen Stärken. Im Fall eines unvermeidbaren Stellenabbaus hätten betroffene Mitarbeiter bessere Chancen am Markt, um schneller wieder zu einem neuen Job zu kommen. Sozial gesehen ein sinnvolles Investment. Wäre da nicht dieses unvorhersehbare Risiko, dass Mitarbeiter abspringen und zur Konkurrenz gehen könnten. Diese Gefahr kann zeitlich beschränkt werden, zum Beispiel mit einem Konkurrenzverbot oder einer zeitlichen Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen.

Risiken gehören zum Leben

Sie lassen sich nur eingrenzen. Ein gutes Mitarbeiter-Management reduziert die Abgänge und steigert den Umsatz. Weil innere Überzeugung und das Dazugehörigkeitsgefühl (spüren, ich bin wertvoll), nach wie vor die beste Werbung für ein Unternehmen sind. Überzeugung ist sichtbar. Dazugehörigkeit bindet. Man muss als Investor vielleicht ein bisschen über den eigenen Schatten springen. Jeder hat gerne viel Gewinn. Nur bringt es der Gesellschaft (dazu gehören auch Unternehmen) nichts, wenn es ein paar wenige Reiche gibt und viele Arbeitslose. Am Ende bezahlen alle. Wenn Bildung gefördert wird, bleibt die Gesellschaft und die Wirtschaft stabiler. Davon profitieren wir alle.

Es ist letztendlich eine Frage der sozialen Einstellung und der Geduld.

Tipp:

Coachingplus.ch: Stellenabbau als Chance für eine berufliche Neuorientierung sehen

Fritz Muster will sich beruflich selbstständig machen. Dabei ist ihm bewusst, dass für den Erfolg gute Kundenbeziehungen wichtig sind. Um diese aufbauen zu können, muss er überzeugend auftreten. Und genau da hapert es bei ihm dann und wann. Um ein gutes Selbstmarketing aufzubauen, muss er einen Blick auf seinen Selbstwert werfen und sich Gedanken machen, wie er sich verkaufen will. Beides hat mit ihm und seiner Persönlichkeit zu tun.

Selbstwert: Was macht mich wertvoll?

Der Blick in die Google-Suche zeigt unter dem Begriff «Selbstwert» noch Ergänzungen wie «steigern», «stärken», «aufbauen», «Übungen» oder «vermindert» an. Wie üblich gibt es dann einige Tipps, wie man diesen Selbstwert innert nützlicher Frist steigern kann. Im Monat Oktober wurden an Google Schweiz etwa 2‘500 Anfragen in Zusammenhang mit dem Begriff «Selbstwert» gestellt (als Vergleich: «Selbstmarketing» 1‘500).

Selbstwert steigern bedeutet im Grunde genommen nicht anderes, als sich zu fragen, was einen wertvoll macht. Das klingt im ersten Moment sehr einfach. Was aber, wenn man es sich zu wenig bewusst ist? Unterstützung bietet in der Regel ein Coach. Coaches sind wie Schatzsucher. Sie entdecken im Gespräch mit Ratsuchenden vergrabene «Schätze» (Kompetenzen) und helfen, deren Wert durch veränderte Sichtweisen zu erkennen. Selbstwert bewusst machen und ihn zu nutzen ist eine Lebensaufgabe. Wer dran bleibt, profitiert nur.

Selbstmarketing: Das macht mich aus

Der Berufsalltag macht es uns tagtäglich vor. Es geht darum, Stärken ins Team und in den Berufsalltag zu integrieren. Kunden wollen und sollen erkennen, was eine Firma, deren Kundenberater, Produkte oder Dienstleistungen, ausmacht. Das kann Zuverlässigkeit sein, Erreichbarkeit, hohe Qualität, exzellente Beratung oder anderes. Diese Kompetenzen zur richtigen Zeit, in der richtigen Form, am richtigen Ort (Person) zu präsentieren, nennt man Selbstmarketing. Zuverlässigkeit bedeutet für den Kunden zum Beispiel Termintreue. Oder Rückfragen, die innert der abgemachten Zeit kompetent beantwortet werden.

Originalität und klare Kommunikation

«Lidl lohnt sich» oder «Kaffee Hag: Geschmack braucht kein Koffein». Die Werbung lebt uns Einzigartigkeit und Selbstmarketing vor. Die beiden treffenden Slogans vermitteln wichtige Botschaften. Das ist das Geheimnis: Zu vermitteln, ja tagtäglich als Überzeugung zu leben, warum potenzielle Kunden unser Produkt oder unsere Dienstleistungen beanspruchen sollen. Um dieses ganz spezielle als möglicher beruflich Selbstständiger herauszufinden, braucht es ein Coaching. Es ist wie ein Fine Tuning der Überzeugungen und Werte. Im Kampf der Masse geht es um Aufmerksamkeit. Entscheidend sind nicht nur Sekunden. Sondern Originalität und eine klare Kommunikation. Geschliffen und optimiert mit Selbstmarketing und Coaching.

Tipp:

Coachingplus.ch: Referenzen aus dem Seminartag für Selbstmarketing

Manchmal geht es ganz schnell

Von einem auf den anderen Tag. Arbeitslos. Punkt. Das kann je nach Alter, je nach Ausbildung und Branche, verschiedene Konsequenzen haben. Insbesondere bei älteren ArbeitnehmerInnen kann die Suche nach einer neuen Stelle zu einem regelrechten Marathonlauf mit zunehmendem Zeitdruck (2 Jahre bis zur Aussteuerung) werden. Bedeutet 50plus darum arbeitslos sein ohne Chance auf eine neue Stelle?

Auftrag zur laufenden Weiterbildung

Es hat sich viel getan in den letzten Jahren. Einige Berufe sind von der Bildfläche verschwunden, andere tauchten in einem neuen Kleid unter einem anderen Namen wieder auf. Der bisherige Dachdecker zum Beispiel heisst neu Polybauer. Was vor Jahren erlernt wurde, muss einem neuen Standard mit neuen Anforderungen angepasst werden. Bisherige Ausbildungen werden nicht mehr staatlich anerkannt. Dann darf man gewisse Arbeiten nicht mehr ausführen, ohne eine Zusatzausbildung zu absolvieren. Veränderungen, auf die man nicht unbedingt gefasst war. Im schlimmsten Fall kann das zu einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses führen, weil die notwendigen Qualifikationen fehlen … Schon alleine diese Tatsache fordert heraus, dass wir uns laufend weiterbilden. Und nicht nur im fachlichen Bereich. Nicht nur innerhalb einer Branche, sondern möglichst ebenso in branchenähnlichen Themen. Das bedeutet im Worst-Case mehr Möglichkeiten, auch als Quereinsteiger zu haben. Berufliche Vorsorge auf eine andere Art.

Arbeitslosigkeit hat viel mit der eigenen Identifikation zu tun

Zu alt für den Arbeitsmarkt – 50plus und arbeitslos

Medienmagazin antenne: Zu alt für den Arbeitsmarkt – 50plus und arbeitslos

Im Artikel «Zu alt für den Arbeitsmarkt – 50plus und arbeitslos» (© Medienmagazin antenne – ERF Medien) erzählt der Protagonist Martin Trachsel, was ihm bei der Arbeitslosigkeit bewusst wurde. «Je länger die Arbeitslosigkeit dauerte, umso mehr wurde mir die Identifikation mit meiner Arbeit bewusst. Das Arbeitsumfeld ist mehr als nur die Arbeit. Es gibt mir Strukturen, Kollegen, Befriedigung, Anerkennung.» Nach rund 150 Bewerbungen sei er verunsichert gewesen, nach 300 drohte ihm die Aussteuerung. Wer arbeitslos ist, läuft Gefahr, sich zurück zu ziehen. Das Gefühl «Ich habe versagt» nimmt zu. Es braucht viel Kraft, sich immer wieder aufzumachen und sich in der Gesellschaft mit diesem Status zu zeigen. «Was bin ich wert» ist nicht nur eine Frage des Selbstmanagements, sie hängt ganz stark mit Feedbacks von aussen zusammen. Letztere sind reduziert oder fehlen bei einer Arbeitslosigkeit ganz.

Netzwerk nutzen

Wer bekannt ist, hat gesteigerte Chancen auf eine neue Stelle. Das bedeutet, Netzwerk und Beziehungen müssen laufend gepflegt und ausgebaut werden. Netzwerke im Internet wie Xing, Facebook, Linkedin u.a. Doch aufgepasst: Elektronische Beziehungen haben nicht unbedingt die gleiche Qualität wie persönliche. Martin Trachsel hatte dieses Netzwerk genutzt. Als aktiver Politiker im Stadtrat von Bern sei dies auch sehr umfangreich gewesen. Kurz vor der Aussteuerung erhielt er dank des Netzwerkes einen neuen Job. Sein Fazit (Auszug) «Die Arbeitswelt hat sich verändert. Ich träumte davon, mit 50 Jahren nochmals eine neue Arbeit zu beginnen, damit ich dann mit 60 Jahren etwas kürzer treten kann. Meine Erkenntnis ist, dass aktuell die über 50-Jährigen an Attraktivität im Arbeitsmarkt eingebüsst haben. Wenn wir unsere Konzepte flexibel einrichten und bereit sind zu Veränderung und neuen Erfahrungen, gehören wir absolut nicht zum alten Eisen.»

Erhöhung des Rentenalters – eine sonderbare Situation

Es mag sonderbar anmuten: Da sind zum einen die politischen Vorstösse, um das Rentenalter zu erhöhen und zum anderen die fehlende Bereitschaft seitens der Wirtschaft, ältere Menschen einzustellen. Für arbeitslose Menschen wirkt diese Situation grotesk. Kommt dazu, dass seitens des RAV (Regionale Arbeitsvermittlung) oft hohe Forderungen gestellt werden. Sich täglich vier bis fünf Stunden auf Stellen zu bewerben, die entweder branchenfremd sind oder bei Firmen, die keine Stellen ausgeschrieben haben, bedeutet einen unglaublichen Kraftakt. Weiss man doch im Vornherein, dass die Chancen praktisch gleich Null sind. Die Frage nach Aufwand und Ertrag darf hier ganz bewusst gestellt werden. Denn auch Firmen brauchen keine solchen Anfragen, bedeuten sie doch auch hier nur unnützen Aufwand.

Gibt es ein Fazit für Arbeitslose?

Wer 50 Jahre und älter ist, hat sich bereits über 30 Jahre in der Berufswelt bewährt und mitgetragen, den heutigen Standard und Wohlstand zu erreichen. Auch mitgetragen, andere Arbeitslose zu finanzieren. Nach all dieser Zeit wären ein anderer Umgang seitens der begleitenden Stellen und andere langfristig tragende Möglichkeiten wünschenswert. Denn der Status «Arbeitslos» oder «Sozialfall» ist alles andere als erbauend. Allerdings ist der Einsatz seitens der Stellensuchenden ebenfalls ein zwingendes Kriterium, um einen neuen Job zu finden, zumindest dort, wo es Sinn macht …

Sich ausschliesslich auf andere zu verlassen, liegt in dieser Situation nicht drin. Was einem bleibt, ist der Aufbau eines gezielten und geplanten Selbstmarketing. Und das nicht erst, wenn man arbeitslos ist … Was will ich und welche Möglichkeiten habe ich? Aufbau auf mehreren (artverwandten) Schienen. Sei dies via eigener Webseite mit Blog, vielleicht sogar mit einer selbst ausgearbeiteten Dienstleistung, sei es, um im Fall von Arbeitslosigkeit Mandate von möglichen Arbeitgebern zu erhalten. Es geht um Kontakte. Um die Möglichkeit, sich bei Entscheidungsträgern zu empfehlen. Dabei sind Kreativität, Ausdauer und Beziehungen gefragt. Was wir heute investieren, kann später hilfreich sein.

Weiterführende Links zum Thema

Schon wieder. Änderungen im Job, die nicht selten zulasten der Arbeitnehmer ausfallen. Lohnkürzungen, längere Arbeitszeiten, Frühpensionierungen, mehr Leistung für weniger Respekt. Das kann es auf Dauer nicht sein. Besonders dann nicht, wenn die Begründungen eher fadenscheinig sind. Reagieren oder agieren?

Agieren = strategisch vorgehen und berufliche Möglichkeiten abklären

Unbefriedigende Situationen rauben einem langfristig die Kraft. Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen, Zeit, eine Analyse zu starten. Was bisher geschah in Kurzform. Fragen beantworten wie:

  • Was gefällt mir am jetzigen Job?
  • Was muss sein (Erwartungen), was auf keinen Fall (Bremser)? Unterscheiden Sie zwischen Jobinhalt (fachlich, Aufstiegsmöglichkeiten etc.) und Ambiente (Mitarbeiter, Geschäft, Vorgesetzte, Arbeitsplatz etc.)
  • Wo dürfen sich Privat- und Berufsleben überschneiden, wo nicht (in bestimmten Berufen ist eine regelmässige Überschneidung nicht vermeidbar).
  • Ist ein Jobwechsel oder gar eine Neuausrichtung auf einen anderen Beruf angesagt, oder würde eine gut geplante Work-Life-Balance die Motivation wieder steigern?
  • Muss der Job einen Sinn bilden?
  • Wie sollte mein Arbeitstag in 5 Jahren aussehen? Sich die Gedanken dazu notieren.

Reagieren = Sofort-Massnahmen einleiten

Manchmal geht es nicht anders. Man hat zu lange gewartet und muss handeln. Das ist dann der Fall, wenn die Gesundheit leidet. Sofort-Massnahmen können sein:

  • Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten suchen.
  • Gesundheitliche Abklärung mit dem Vertrauensarzt.
  • Sofortige Reduzierung möglicher Aktivitäten, in Absprache mit einer externen Fachperson.

Reagieren ist oft schwieriger als frühzeitig zu agieren. Man ist zum Teil schon mut- und kraftlos. Die Motivation, sich auf etwas Neues einzulassen, kann nicht mehr aufgebracht werden. Das dynamische wirtschaftliche Umfeld aber verpflichtet uns, dran zu bleiben. Zu beobachten. Trends im Auge zu behalten. Weiterbildungen zu besuchen, um fachlich nicht in Rückstand zu gelangen. Fazit: Früher erkennen, hält nicht nur fit, sondern steigert automatisch die Reaktion, weil man etwas Gutes bewirken kann.

Neuorientierung ja oder nein? Eine Standortbestimmung hilft weiter

Wir Menschen lieben den Alltag und die viele haben eher Mühe mit Veränderungen. Doch ein Leben lang im falschen Beruf oder im falschen Job zu arbeiten, das muss nicht sein. Neuorientierung fängt wie beschrieben mit einer Analyse an. Sie bildet die Basis, nebst der fachlichen Erfahrung und der bisherigen Ausbildung, für eine Standortbestimmung. Mittlerweile gibt es zahlreiche Tools, die wertvolle Informationen zur Grundpersönlichkeit liefern. Wer kein Macher ist, sollte die Hände von einer beruflichen Selbstständigkeit lassen. Macher selbst reissen vieles an, sind aber nicht zwingend die Kontaktpfleger. Vieles in unserem Beruf, auch Erfolg, hat mit uns selbst zu tun. Darum: Wenn schon berufliche Neuorientierung, dann gründlich vorbereiten. Zum Beispiel mit einem externen Coach.

Was macht ein Coach?

Alltagstrott blockiert uns. Wir sehen die Dinge immer im selben Licht. Wir wissen, oder meinen zu wissen, wie «es» läuft. Der Coach unterstützt das Aufdecken von Stärken. Stellt gezielte Fragen und löst Denkprozesse aus. Er fördert, fordert und formt. Um von einem Coaching profitieren zu können, muss man sich bewusst darauf einlassen. Hinsehen. Zulassen. Erfassen. Agieren. Schritt für Schritt Ziele und gangbare Wege erarbeiten. Berufliche Neuorientierung gezielt geplant!

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